Igel in Not

 

Nun ist wieder die Jahreszeit gekommen, in der auch uns vermehrt Anfragen zu gefundenen Igeln erreichen.

Um dem Igel richtig zu helfen, sind einige wesentliche Punkte dringend zu beachten. So ist gerade das Gewicht des Igels ein sehr wichtiges Kriterium, um zu erkennen, ob der Igel die Voraussetzung hat, in den Winterschlaf zu gehen oder nicht.

Auch ist der Allgemeinzustand für eine, vielleicht notwendige, Hilfe ausschlaggebend. Zeigt der Igel ein unnormales Verhalten oder ist er verletzt, muss ihm geholfen werden. Dies gilt natürlich auch, wenn er untergewichtig ist.


Aber nicht jeder Igel muss in die Obhut des Menschen.


Oft kann der Igel sofort wieder in die Freiheit entlassen werden. Schnelle Hilfe ist jedoch dringend notwendig, wenn an dem Tier Fliegeneier zu erkennen sind. Wird ein Befall nicht sofort behandelt, erleidet der Igel einen qualvollen Tod.

Igel sind Wildtiere und gehören in die freie Natur. Nur kranke und verletzte Igel dürfen aufgenommen werden und sind nach der Gesundung wieder frei zu lassen.

Um den Winterschlaf unbeschadet zu überstehen, braucht der Igel ein Mindestgewicht von 500 Gramm, ansonsten wird er im Frühjahr nicht mehr aufwachen, da er zu viele Reserven verbraucht hat.


Hier ein paar Tipps für die richtige Betreuung.


Solange der Igel gesund gepflegt und gefüttert wird, muss er in einem warmen Raum (ca. 18° Celsius) untergebracht sein. Dabei ist zu beachten, dass Igel durchaus Flöhe und andere Parasiten haben können. Die Wohnung ist deshalb kaum der geeignete Platz.


Katzenaufzuchtmilch hilft


Igel sind keine Vegetarier, 

daher sind Salat, Obst und Gemüse nicht das richtige Futter. Katzenfeuchtfutter, ab und zu etwas ungewürztes Rührei und vielleicht etwas gegartes Geflügelfleisch sind ausreichend. Spezial-Igelfutter kann den Speiseplan ergänzen. Auf keinen Fall darf Milch angeboten werden, sie erzeugt Durchfall, Darmprobleme und ist dann oft tödlich. Frisches Wasser ist ausreichend.


Für den Winterschlaf

sollte der Igel an einen Ort mit niedriger Temperatur, die der Außentemperatur angepasst ist, gebracht werden. Der Igel senkt im Winter seine eigene Körpertemperatur so stark ab, dass er in eine todesähnliche Starre verfällt und somit den Winter buchstäblich verschläft. Bei einer Temperatur von mehr als 6° Celsius fällt der Igel lediglich in einen kräftezehrenden „Dämmerschlaf“, wird daher immer wieder erwachen und dadurch viel zu viele Reserven verbrauchen, die er jedoch dringend benötigt um wieder aufzuwachen. So sind Kellerräume oft für den Igel zu warm und nicht geeignet. Daher ist es ratsam den Igel auf dem Balkon, auf der Terrasse, im Gartenhäuschen, oder noch besser im Garten unter einem Laubhaufen unter zu bringen. Wenn der Igel im Winterschlaf ist, sollte er unbedingt in Ruhe gelassen werden. Jede Störung schadet dem Igel.


Es gibt vieles zu beachten. So ist die Internetseite von  http://www.pro-igel.de  sehr zu empfehlen.


Selbstverständlich können Sie sich auch bei Fragen an uns wenden (Tel. 06324-4944 oder  tierschutzverein.hassloch@t-online.de ). 


Wir betreiben eine kleine Igelstation mit einer begrenzten Aufnahmekapazität. Haben Sie deshalb Verständnis, wenn wir nicht alle stacheligen Gesellen aufnehmen können.



Vogelfütterung im Winter


Wenn im Herbst die Temperaturen fallen, stellen sich viele Tierfreunde die Frage, ob die bei uns überwinternden Vögel bei ihrer Futtersuche unterstützt werden müssen. Manche Experten plädieren sogar dafür, Vögel ganzjährig zu füttern. Hierzu gibt es unterschiedliche Argumente, die zu überprüfen und abzuwägen sind.


Die Gegner der Fütterung befürchten einen unkontrollierten Eingriff in den Ablauf der Natur, der den natürlichen Ausleseprozess verhindere. Kranke und schwache Tiere würden durch den Winter gebracht, obwohl die Natur dies nicht vorgesehen hätte. Außerdem würden nur solche Vogelarten unterstützt, die dies nicht nötig hätten, da ihr Bestand ohnehin nicht gefährdet sei. Seltenere Arten würden dabei noch weiter zurückgedrängt.


Die Befürworter der Fütterung halten mit Recht dagegen, dass die Umweltbedingungen für unsere Vögel schon schlecht genug sind, so dass es auf den Schutz jedes einzelnen Tieres ankommt. Unmengen von Pestiziden, die sowohl von den Landwirten als auch von vielen Kleingärtnern versprüht werden, haben die Anzahl der Insekten und damit das Futterangebot für die Vögel vermindert. Überdies werden die giftigen Chemikalien in noch überlebenden Insekten gespeichert. Fressen die Vögel diese Insekten, so sammeln sich die Gifte im Fett der Vögel an. Wenn das Fett in eisigen Nächten, in denen kleinere Singvögel, wie zum Beispiel Meisen, bis zu zehn Prozent ihres Körpergewichtes verlieren, wieder abgebaut wird, gehen die Tiere unter Umständen an den freigesetzten Giften qualvoll zugrunde.


In Gebieten, in denen, beispielsweise infolge zunehmender Intensivierung der Landwirtschaft, die Nahrung knapp ist, finden die Vögel auch in der warmen Jahreszeit weniger Futter als früher. Wildkräuter, die Insekten anziehen, gehen immer stärker zurück. Perfektionierte Erntemaschinen sammeln auch das letzte Getreidekorn vom Acker. Um in solchen Arealen einem größeren Vogelbestand ein Auskommen zu sichern, sollte nicht nur im Winter, sondern auch im Frühling, Sommer und Herbst artgerechtes, hochwertiges Futter gereicht werden. Auch dadurch, dass Hecken und Sträucher abgeholzt wurden, haben viele Vögel ihren Lebensraum verloren. Nicht nur in der freien Natur, auch in den Gärten wurden und werden immer noch Brutplätze und Versteckmöglichkeiten der Vögel zerstört, was den Bestand aller betroffenen Vogelarten bedroht und zum Teil erheblich reduziert. 

    

Angesichts dieser Umstände kann von einem „natürlichen Ausleseprozess“ durch einen harten Winter kaum noch gesprochen werden. Wenn gefüttert wird, muss dies unbedingt zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und mit geeignetem Futter geschehen. Unsachgemäße Fütterung schadet den Tieren mehr als gar keine Fütterung. 


Hier die wichtigsten Merksätze für die Fütterung:


  • Kein Brot oder Speisereste verfüttern, die schon allein wegen der Gewürze, Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker für Vögel nicht geeignet sind.
  • Kein Futter auslegen, das Feuchtigkeit enthält und im Winter gefrieren kann.
  •  Obst im Winter nur in kleinen Mengen frisch auslegen.
  • Bei der Herstellung eines Futterbreies kein salzhaltiges Fett verwenden.
  • Regelmäßig in kleinen Mengen vormittags und nachmittags füttern, überschüssiges Futter nach gegebener Zeit wieder entfernen.
  • Mehrere Futterplätze geschützt anlegen und verschiedenartig gestalten.
  • Futterplätze sauber halten. 

(Quelle: Deutscher Tierschutzbund)



Nähere Informationen finden Sie unter:

https://www.tierschutzbund.de/information/hintergrund/artenschutz/voegel/vogelfuetterung/




                  


 

 

298193